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Framer, Webflow oder eigene Website: was langfristig günstiger ist

Vielleicht kennen Sie das: Die Website läuft seit ein paar Jahren auf Wix, Squarespace oder Framer. Am Anfang hat das gepasst, günstig, schnell online, kein Entwickler nötig. Jetzt kommt einmal im Monat eine Abbuchung, dazu noch eine für das Formular-Plugin, eine für mehr CMS-Speicherplatz, eine für die zweite Sprache. Einzeln ist jede Position klein. Zusammen fragen Sie sich langsam, ob das noch die günstige Lösung ist, für die Sie sich damals entschieden haben.

Diese Frage lässt sich nicht mit "Baukästen sind schlecht" beantworten, das wäre unehrlich. Die richtige Frage ist eine andere: Ab welcher Nutzungsdauer und welchem Funktionsumfang kippt die Rechnung, und warum? Genau das rechnen wir hier durch, ohne Panikmache und ohne erfundene Zahlen.

TL;DR: Ein Baukasten ist am Anfang fast immer günstiger, weil Sie mieten statt bauen. Über mehrere Jahre und mit wachsendem Funktionsumfang kehrt sich das häufig um, weil sich Monatsgebühren, Plugins und Datensatz-Limits stapeln. Dazu kommen Kosten, die auf keiner Rechnung stehen: Sie besitzen die Seite nicht, der Export ist eingeschränkt, und der Anbieter kann Preise und Regeln jederzeit ändern. Für eine einfache Seite ohne Wachstumspläne bleibt ein Baukasten trotzdem oft die richtige Wahl.

Was eine gemietete Plattform über die Jahre wirklich kostet

Die Monatsgebühr, die auf der Preisseite steht, ist selten die Gebühr, die Sie am Ende zahlen. Vier Dinge treiben die Kosten nach oben, ohne dass es wie eine bewusste Entscheidung aussieht.

Die Basisgebühr wächst mit dem, was Sie brauchen. Der günstigste Plan reicht für eine einfache Seite. Sobald ein eigenes Formular, ein Mitgliederbereich, mehr Bandbreite oder eine zweite Sprache dazukommen, landen Sie im nächsthöheren Plan, nicht weil Sie es wollten, sondern weil die Funktion dort erst freigeschaltet ist.

CMS-Datensätze sind gedeckelt. Blogartikel, Produkte, Team-Profile: Jeder dieser Einträge zählt gegen ein Limit, das an den Plan gekoppelt ist. Bei Framer zum Beispiel ist die Zahl der CMS-Einträge in den unteren Plänen begrenzt, wer mehr braucht, kauft ein Erweiterungspaket dazu, statt automatisch mehr Platz zu bekommen, wie die eigene Preisseite des Anbieters zeigt. Eine wachsende Seite mit vielen Blogartikeln oder einem großen Sortiment stößt an dieses Limit früher, als man beim Start denkt.

Add-ons stapeln sich. Ein Kontaktformular mit Weiterleitung, ein Buchungstool, ein A/B-Test-Modul, eine zusätzliche Sprache: Jedes dieser Module hat oft eine eigene Zeile auf der Rechnung. Keines davon ist für sich teuer. Zusammen ergeben sie eine zweite Monatsgebühr neben der ersten.

Editoren kosten pro Kopf. Sobald mehr als eine Person an der Seite arbeitet, etwa jemand aus dem Team, der News pflegt, und jemand, der das Design betreut, zählt jeder Zugang oft als eigener bezahlter Sitzplatz. Bei einem Fünf- bis Dreißig-Personen-Betrieb mit zwei oder drei Personen im Umgang mit der Website ist das schnell eine spürbare Zusatzsumme im Jahr.

Keiner dieser Punkte ist eine versteckte Kostenfalle im Sinne von Kleingedrucktem. Die Anbieter listen ihre Pläne öffentlich. Das Problem ist eher, dass sich die Positionen erst über die Zeit addieren, während der Vergleich beim Website-Start meist nur die Basisgebühr im Kopf hatte.

Die eigene Website: einmal zahlen, wenig laufen lassen

Der Gegenentwurf sieht anders aus, nicht kostenlos, aber anders verteilt. Sie zahlen einmal für den Aufbau: Struktur, Design, Inhalte, technische Grundausstattung. Danach läuft eine überschaubare laufende Gebühr für Hosting, Updates, Sicherungen und Betreuung, unabhängig davon, wie viele Blogartikel Sie veröffentlichen oder wie viele Personen im CMS arbeiten.

Gemietete Plattform (Wix, Squarespace, Framer, Webflow)Eigens gebaute Website
StartkostenNiedrig, oft ab wenigen Euro im MonatHöher, einmaliger Aufbau
Laufende KostenSteigen mit Funktionsumfang, Plugins, SitzplätzenWeitgehend konstant, unabhängig vom Inhalt
CMS-UmfangOft an ein Limit pro Plan gekoppeltKein künstliches Limit auf Datensätze
MehrsprachigkeitHäufig ein kostenpflichtiges Add-onTeil des Aufbaus
Eigentum an Code und InhaltBei den meisten Anbietern eingeschränktVollständig bei Ihnen
Wechsel des BetreuersOft technisch kaum möglichJederzeit möglich, Code ist portabel

Der Unterschied ist keine Behauptung, sondern eine Frage der Struktur: Eine Miete verlangt regelmäßige Zahlung, damit die Seite online bleibt. Ein Eigenbau verlangt eine größere Zahlung am Anfang und danach nur noch Betrieb.

Die Kosten, die nicht auf der Rechnung stehen

Geld ist nur eine Seite der Rechnung. Die andere betrifft, was mit Ihrer Website passiert, wenn sich etwas beim Anbieter ändert, und das liegt nicht in Ihrer Hand.

Lock-in. Wer die Plattform wechseln will, merkt oft erst dabei, wie tief die Bindung geht. Wix schreibt in der eigenen Hilfe offen, dass eine Wix-Seite technisch an die Wix-Infrastruktur gebunden ist und grundsätzlich nicht auf einem anderen Server laufen kann, exportieren lassen sich nur einzelne Inhalte wie Produkte oder Kontakte, kein lauffähiger Code. Das ist keine Ausnahme, sondern bei den meisten Baukästen ähnlich: Der Komfort, mit dem sich eine Seite dort zusammenklicken lässt, entsteht gerade dadurch, dass Design, Inhalt und Technik nicht voneinander getrennt sind.

Exportqualität. Selbst wo ein Export angeboten wird, ist das Ergebnis oft ein Ausgangspunkt, keine fertige, portable Seite. Struktur und Gestaltung, die auf der Plattform selbstverständlich wirkten, müssen an anderer Stelle neu gebaut werden.

Was Sie wirklich besitzen. Bei einer Miete besitzen Sie die Inhalte, aber nicht die Seite als Ganzes. Bei einer eigens gebauten, selbst gehosteten Website gehören Code und Inhalt Ihnen von Anfang an. Das wird erst dann wichtig, wenn Sie den Betreuer wechseln wollen, aber genau dann wird es sehr wichtig.

Das Risiko einseitiger Änderungen. Ein Plattformanbieter kann Preise erhöhen, Funktionen in einen teureren Plan verschieben oder ein Produkt einstellen. Sie haben darauf vertraglich in der Regel keinen Einfluss. Bei einer eigenen Website liegt dieses Risiko nicht bei Ihnen: Ändert sich etwas bei Ihrem Betreuer, können Sie wechseln, weil der Code portabel ist.

Keiner dieser Punkte macht einen Baukasten unbrauchbar. Er macht nur sichtbar, dass der niedrige Startpreis nicht die einzige Zahl ist, die zählt.

Wann sich die Rechnung dreht

Es gibt keine feste Zahl an Monaten, ab der ein Eigenbau automatisch günstiger wird, das wäre eine erfundene Statistik, und die vermeiden wir bewusst. Was sich sagen lässt, sind die zwei Hebel, die die Rechnung in die eine oder andere Richtung ziehen.

Nutzungsdauer. Je länger Sie die Seite unverändert betreiben wollen, desto mehr Zeit hat die einmalige Aufbausumme, sich gegenüber der laufenden Miete zu amortisieren. Bei einer Seite, die Sie ohnehin in zwei Jahren neu machen wollen, lohnt sich der größere Aufbau seltener.

Funktionsumfang. Je mehr Umfang eine Seite braucht, CMS mit vielen Einträgen, zwei Sprachen, mehrere Editoren, individuelle Struktur, desto mehr Einzelpositionen summieren sich bei einer gemieteten Plattform zur zweiten und dritten Monatsgebühr. Bei einem Eigenbau ist dieser Umfang von Anfang an Teil des einen Preises.

Aus unserer Erfahrung in Projekten mit österreichischen KMU-Kunden ist der Punkt, an dem Betriebe anfangen, die eigene Rechnung in Frage zu stellen, meist dann erreicht, wenn zur Basisgebühr schon zwei oder drei Zusatzabos dazugekommen sind und die Seite trotzdem noch Kompromisse bei Ladezeit oder Struktur macht. Das ist ein Erfahrungswert aus unseren Projekten, keine allgemeingültige Zahl, und Ihr Fall kann anders liegen.

Wann ein Baukasten die richtige Wahl bleibt

Das muss ehrlich gesagt werden, weil viele Leserinnen und Leser genau dort gerade stehen: Ein Baukasten ist in mehreren Fällen die vernünftigere Entscheidung, nicht die zweitbeste.

Eine Ein-Seiten-Visitenkarte. Wenn Ihre gesamte Website aus Adresse, Öffnungszeiten und einem Kontaktformular besteht und das auch so bleiben soll, lohnt sich kein aufwendiger Aufbau. Der Baukasten ist hier nicht der Kompromiss, er ist die richtige Größe für die Aufgabe.

Ein Geschäft, das nie mehr braucht. Manche Betriebe wollen bewusst nicht wachsen, keinen Blog, keine zweite Sprache, keine Landingpages für einzelne Leistungen. Wenn das Ihr Fall ist, gibt es keinen Grund, für Funktionsumfang zu zahlen, den Sie nie nutzen werden.

Kein Budget für einen Aufbau. Wenn das Geld für einen einmaligen Aufbau aktuell schlicht nicht da ist, ist ein günstiger Baukasten besser als gar keine Website oder ein Aufbau auf Kredit. Diesen Umstieg kann man später immer noch machen, wenn sich die Lage ändert.

In allen drei Fällen ist die Entscheidung für einen Baukasten kein Fehler, den man Ihnen später vorhalten könnte. Sie war zum Zeitpunkt der Entscheidung richtig für die Situation. Die Frage, um die es hier geht, stellt sich erst dann, wenn sich die Situation verändert hat, mehr Umfang, mehr Laufzeit, mehr Anspruch an Auffindbarkeit, und die Miete plötzlich schneller wächst als der Nutzen.

Wie man den eigenen Fall einschätzt

Eine kurze, ehrliche Übung, ganz ohne unsere Hilfe machbar:

  1. Zählen Sie zusammen, was Sie diesen Monat tatsächlich für Ihre Website zahlen: Basisgebühr, alle Add-ons, alle Editoren-Sitzplätze.
  2. Schätzen Sie, wie sich diese Summe in den nächsten zwei Jahren entwickelt, wenn Sie so weitermachen wie bisher.
  3. Fragen Sie sich, ob die Seite in fünf Jahren noch so aussehen soll wie heute, oder ob sie mitwachsen muss.
  4. Prüfen Sie, ob Sie wüssten, wie Sie die Seite woanders hinbekommen, wenn Sie das wollten.

Wenn die letzte Frage mit "keine Ahnung" beantwortet wird, ist das selbst schon eine Information über den Lock-in, unabhängig davon, was die Rechnung sagt.

Falls Sie diesen Schritt konkret durchspielen wollen: Website in 5 Werktagen beschreibt, wie ein eigens gebauter, selbst gehosteter Aufbau bei uns in der Praxis abläuft, inklusive der ehrlichen Antwort, wann WordPress oder ein Baukasten die bessere Wahl bleibt. Wie sich die Kosten eines vergleichbaren Digitalisierungsprojekts grundsätzlich zusammensetzen, und was davon in Österreich oft förderfähig ist, steht unter Was kostet ein KI-Agent und KI-Förderungen für KMU in Österreich 2026.

Quellen: Framer Preisseite, Wix Hilfe: Export

Der nächste Schritt

Es gibt keine Antwort, die für jeden Betrieb stimmt, nur eine Rechnung, die für Ihren Fall unterschiedlich ausfällt, je nachdem, wie lange Sie die Seite nutzen wollen und wie viel sie können soll. Wenn Sie diese Rechnung für Ihren konkreten Fall durchgehen wollen, schauen wir uns das im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam an, ohne Verkaufsdruck und mit der ehrlichen Einschätzung, wenn ein Baukasten für Sie die bessere Wahl bleibt.

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